JobAct® Sprachkultur in Bochum

Premierenbericht
JobAct Sprachkultur Bochum

LEONCE UND LENA

FREI NACH GEORG BÜCHNER

„Puppen sind wir, Von unbekannten Gewalten am Draht gezogen; Nichts, Nichts wir selbst.“

Dieses Zitat aus Georg Büchners Drama Dantons Tod prangt den Besucher*innen aus den Programheften entgegen. Gespielt wurde jedoch nicht Dantons Tod, sondern das Lustspiel „Leonce und Lena“. Puppen bekam das Publikum aber sehr wohl zu sehen.

Fotos von der Generalprobe

Die zwei Königskinder Leonce und Lena wurden von Theaterpädagogin und Regisseurin Merima Horozovic als zwei tragische Sinnsucher inszeniert. Beiden ist das Leben vorbestimmt, doch sie versuchen ihrer Bestimmung und ihrem langweiligen Leben zu entfliehen.

Das Publikum beobachtet eine Flucht vor dem eigenem Ich und vor dem System.

Doch wer oder was ist eigentlich dieses System? Am Rande der Bühne sitzt eine Erzählerin am Klavier. Sie begleitet und kommentiert das Stück, lenkt das Geschehen. Sie spricht von Gott, vom Teufel und von mächtigen Königinnen. Auch Sie selbst hat Macht, zumindest auf dieser Bühne. Die Spielerinnen kommen, wenn sie ein Zeichen gibt.

Geschminkt und gekleidet wie Puppen bewegen sie sich durch einen gigantischen Raum. Die Bühne befindet sich nämlich nicht etwa in einem Theater, sondern in einem riesigen Kirchenschiff. Die Größe des Raumes allein beindruckt. Im Zusammenhang mit dem Stück wirkt er jedoch schnell beängstigend. Man fühlt sich nicht mehr frei, trotz des weiten Raumes um sich herum. Wie eine Gefängniszelle scheinen plötzlich die dicken Mauern, aus denen man entfliehen will, wie Leonce und Lena dem Hof fliehen. 

Doch sind da überall diese Drähte gespannt von denen Spiegel hängen und die unsere Flucht erschweren würden. Sie erinnern an die Fäden von Marionette und die Spiegelflächen halten uns immer wieder das Schicksal vor Augen.

Ein Hoffnungsschimmer ist Valerio. Der all denn Druck und Wahn zwar wahrnimmt, aber seinen eigenen Weg findet, locker und leicht damit umzugehen. Oder ihn einfach nur gekonnt zu verdrängen und sich mit Alkohol zu betäuben? Betrunken winkt er Leonce von der Kanzel aus und hilft ihm auf seinen Weg in die vermeintliche Freiheit.

Doch es gibt kein Happy End. Die Königskinder können ihrem Schicksal  nicht entkommen. Sie heiraten und fliehen sich in ihrer Verzweiflung in das Groteske und Wahnsinnige. Welche Mächte es waren erfahren wir nicht. Aber wir ahnen nun, dass nicht wir selbst es sind, die die Fäden in der Hand halten.

Ronja Gerlach

Premiere in Bochum

Leonce und Lena

Frei nach Georg Büchner

Über das Stück: Als Königskinder können sich Leonce und Lena Melancholie und Langeweile leisten. Der Wunsch ein anderes Leben zu führen, als das was ihnen qua Geburt bevorsteht, bringt die beiden zerrissenen Seelen zusammen. Wer Spielt hier welches Spiel? Sind wir Puppen die von unbekannten Gewalten am Draht gezogen werden?

Regie: Merima Horozovic

Premiere: 08.11.2018 um 19.30 Uhr, Einlass 19.00 Uhr
2. Vorstellung: 09.11.2018 um 19.30 Uhr, Einlass 19.00 Uhr

Ort: K.I.C.K - Kunstkirche Christkönig, Steinring 34, 44789 Bochum

Hier können Sie Karten für die Veranstaltungen reservieren.

JobAct®

Bericht der Teilnehmenden

Die Integration in eine neue Gesellschaft ist nicht einfach, besonders wenn die Sprache anders ist. Um dies den Ausländern zu erleichtern, wurden eine Reihe von Maßnahmen entwickelt, die es die Ausländer ermöglichen, sich für Sprache, Ausbildung und Integration in den Arbeitsmarkt zu qualifizieren.

Glücklicherweise ist mein Anteil an der Maßnahme etwas anders, denn JobAct ist ein einzigartiges Projekt, weil es die Sprache mit dem Theater verbindet und die Innovation, Selbstbewusstsein und viel mehr fördert.

Wir, die Mitglieder von JobAct, kamen aus vielen Ländern, um uns hier an einem Ort zu treffen, der die verschiedenen Energien vereint, zur Herstellnug einer großartige Theaterarbeit , indem wir unsere Fähigkeiten in Integration und Kreativität unter Beweis stellen. Bisher haben wir viele Aktivitäten außerhalb der Grenzen des Proberaums durchgeführt.

Der Anfang war Rallye, die von unserer Theaterspädagogin und unserer Sprachlehrerin geplant wurde. Aus meiner Sicht war diese Rallye ein interessanter und stimulierender Start.

Unsere zweite Aktivität war das Museum "Haus der Geschichte des Ruhrgebiets" . Ich werde etwas offen sagen, Museen sind nicht meine Lieblingsstücke, aber an der zweite Etage dieses Museums habe ich einige schöne Dinge gefunden, die mir gefallen haben.

Unser dritte Haltestelle war in der frischen Luft im Stadtpark. Ich war überrascht von der Anzahl der Zitaten, die meine Kollegen über verschiedene Themen gebracht haben.

Wir haben diese Tour abgeschlossen, indem wir ein Modell für die Gruppe erstellt haben. Was ich wunderbar gefunden habe,ist, dass die Dinge, die wir für dieses Modelle verwendet haben, aus dem Herzen der Natur stammen.

Weiterer Bericht einer Teilnehmerin

Seit 14 Mai haben wir mit einer Maßnahme angefangen, die heißt Jobact. In dieser Maßnahme arbeiten wir an einem Theaterstük und haben wir auch Deutschunterricht.

Am Anfang haben die Leute Angest und sie trauten sich nicht, an diesem Projekt teilzunehmen, weil das ganz neue für uns war, außerdem hat niemand von uns, außer ein Mädchen heißt Sandy, ein Theaterstük gespielt. Aber im Lauf der Zeit haben wir unsere Meinung geändert.

Wir sind jetzt ein Gruppe von 11 Frauen. Die Männer trauen sich nicht, an diesem Projekt teilzunehmen, weil wir nur Frauen sind. Wir finden das sehr lustig.

Was auffällig ist, dass wir in kurzer Zeit ein sehr starkes Theam bilden konnten, obwohl jeder von uns aus anderem Land kommt und andere Kultur hat. Wir arbeiten mit einnander mit vollem Respekt und Verständnes.

Jeder von uns hat eigene Eigenschaften, durch die Theater übungen, die wir mit Merima machen, stärken wir diese Eigenschaften und lernen, wie wir diese in unsere Leben zeigen. Das finden wir sehr interessant und sinvoll.Außerdem haben wir Deutschunterricht und Bewerbung coaching mit Maren und Martine.

Mit Merima, Martine und Maren kennen wir jeden Tag was neues lernen. Wir machen viele Aktiviteten , wie Außflüge und Spiele. Die sind interessant, aber manchmal sind auch Langweilig. Außerdem sprechen wir über zahlreiche Themen, die für unsere Stük wichtig sind, wie Melancholie, Langeweile, Pose und andere verschiedene Themen.

Letzte Woche kam ein Photograph und hat uns ein Photos für unsere Lebenslauf gemacht. Das hat wirklich sehr Spaß gemacht.

Martine Panteleon, Merima Horozovic, Maren Winkler

Das Team vor Ort

Regie und Theaterpädagogik:
Merima Horozovic

Bewerbungsmanagement:
Martine Panteleon, ViA Bochum e.V.

Sprachtraining:
Maren Winkler

Projektkoordination:
Ronja Gerlach, gerlach@projektfabrik.org

tl_files/projektfabrik/structur/frontend/pf_logo_auf_weiss.gif

Projektträger

Projektträger ist die Projektfabrik.

Projektfinanzierung

Die Projektfinanzierung wird gewährleistet in Kooperation mit dem jobcenter Bochum.

Kooperationspartner

ist der ViA Ruhr - Verein für integrative Arbeit e.V.