JobAct® School

Das Projekt zur beruflichen Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne (wettbewerbsfähigen) Schulabschluss

Ausgangssituation

Für viele Jugendliche, die die Schule ohne oder nur mit einem sehr schlechten Abschluss verlassen haben, schließt sich in der Folgezeit eine große Orientierungslosigkeit an. Viele werden zu ALG II-Empfängern, ohne die Arbeitswelt jemals kennengelernt zu haben. Wegen der schwierigen Situation auf dem Ausbildungsmarkt gilt dies aber auch für viele erfolgreiche Schulabsolventen. Denn: Gleichlautende Ergebnisse unterschiedlicher Untersuchungen belegen, dass die Wahrscheinlichkeit von Arbeitslosigkeit und Arbeitsplatzverlust in hohem Maß mit dem Grad des Schulabschlusses korreliert. Allerdings ist „Schule“ für die meisten niedrig qualifizierten jungen Erwachsenen stark negativ besetzt. Dem begegnet JobAct® School mit einem kreativen Ansatz, welcher kulturelle Bildung mit dem Erwerb eines (höherwertigen) Schulabschlusses verbindet – mit dem Ziel der Integration in Ausbildung oder Arbeit.

Zielgruppen

Schulmüde Jugendliche/junge Erwachsene (17-28 Jahre)

  • ohne Schulabschluss
  • mit einem Schulabschluss, der für die Integration in Ausbildung nicht ausreicht
  • ohne berufliche Orientierung

Ziele

  • Erwerb bzw. Ausbau von Schlüsselqualifikationen (insbesondere durch eine Förderung mit theaterpädagogischen Methoden) mit dem Ziel der Befähigung zu einer eigenverantwortlichen und selbständigen Lebensführung in Alltag und Beruf
  • Erwerb eines Schulabschlusses
  • Erlangung einer beruflichen Flexibilität und einer nachhaltigen beruflichen Orientierung
  • Erwerb bzw.  Ausbau von Bewerbungskompetenzen
  • Nachhaltige Integration in Ausbildung

„Theaterpädagogik macht Schule“

JobAct® School bereitet auf den jeweils zum gegebenen Zeitpunkt individuell realistischen Schulabschluss vor (Hauptschule Kl. 9, Hauptschule Kl. 10a oder FOR). In diesem Kontext leistet die Theaterpädagogik Folgendes:

Schulung der kognitiven Fähigkeiten, die in einem Lernalltag von absoluter Notwendigkeit sind. Im Einzelnen bedeutet das:

  • Schulung der Aufmerksamkeit
  • Orientierungshilfe bei der Entdeckung eigener Lernwege („Lernen lernen“) und der dazu gehörigen Selbstorganisation
  • Schulung der Selbstreflexion, der Willenskraft und des Glaubens an sich selbst sowie der Argumentations- und Imaginationsfähigkeit
  • Spezielle Merktechniken unterstützen das Lernen, z.B.: Techniken der assoziativen Verbindungen, Geschichtentechniken, Schlüsselwortmethode speziell zum besseren Erlernen einer Fremdsprache
  • Konfliktpräventive Rollenspiele werden stabilisierend eingesetzt

Ablauf

Das Projekt gliedert sich in zwei Phasen. In der ersten 6-monatigen Phase stehen Zielsetzung, Zusammenstellung der Gruppe und der theaterpädagogische Prozess im Vordergrund. Theaterpädagogische Übungen konzentrieren sich darauf, spielerisches Lernen zu vermitteln sowie auf Stressbewältigung und mentale Stärkung und Steigerung der Konzentrationsfähigkeit. Anhand des prüfungsrelevanten Lehrplans werden Szenen für unmittelbar anstehende schulische Themen jedes einzelnen Faches entwickelt, welche sich anschließend zu einem Theaterstück bündeln. So wird die Überleitung in die Schulphase spielerisch gestaltet; zugleich findet eine gezielte Schulung der kognitiven Fähigkeiten statt.

Die erste Phase schließt mit einer Theaterpremiere ab.

In der zweiten 6-monatigen Phase steht eine theaterpädagogisch unterstützte Beschulung der TeilnehmerInnen im Vordergrund, um eine solide Basis für das Erreichen des jeweiligen Schulabschlusses zu erarbeiten. Im Rahmen einer individuellen Förderplanung werden zusätzlich fallweise Betriebspraktika durchgeführt. Der letzte Projektmonat beinhaltet einen sozial- und theaterpädagogischen Intensivblock Bewerbungstraining und ist auf nachhaltige berufliche Orientierung und Integration der TeilnehmerInnen in die Ausbildung fokussiert