Impulsthemen

Die Kunst ist eine Vermittlerin
des Unaussprechlichen

Johann Wolfgang von Goethe


Grußwort von Sandra Schürmann

Liebe JobActlerInnen,

wie die Zeit vergeht. Seit zehn Jahren führen wir nun JobAct-Projekte in ganz Deutschland durch und setzen uns damit dafür ein, die Kunst als Bildungsprinzip, also die Vermittlerin des Unaussprechlichen zu verbreiten. In der eigens dafür gegründeten SCHULE für Kunst, Kommunikation und Wirtschaftsgestaltung haben wir viel geforscht und alles daran gesetzt, diesem Vorhaben von Jahr zu Jahr gerecht zu werden und genauer zu verstehen. Dabei haben wir uns nicht nur der Optimierung unserer Projekte selbst gewidmet, sondern legen von Beginn an Wert darauf, mit Euch, mit allen Mitarbeitern und den Teams vor Ort, in eine gemeinsame Entwicklung zu kommen. Wir verstehen das Ziel der PROJEKTFABRIK als eine Bewegung, die einen Beitrag zum nötigen Paradigmenwechsel im Bildungssystem leisten will, die dem Unaussprechlichen einen Erkenntnisraum schaffen will, und wir streben danach, jeden einzelnen Kollegen in diese Bewegung mitzunehmen.

Was ist eine Bildungsbewegung wert, wenn Sie nicht bei den Menschen anfängt, die sie durchführen, also bei uns selbst? Wenn wir selbst das nicht leben, was wir von unseren Teilnehmenden fordern, wie wollen wir dann authentisch arbeiten?

Unsere Projekte setzen bei der Individualität und der Freiheit an und stellen die Persönlichkeitsentwicklung ins Zentrum unserer Bemühungen. "Ein Mensch kann nicht glücklicher sein, als wenn Körper, Seele und Geist zusammen kommen. Danach strebt jeder Mensch, überall. Und im Theater passiert das!" Zitat von Beata Nagy in unserem neuen Imagefilm! Aber was ist eine Freiheit wert, die sich nicht in die Gemeinschaft einbindet? Was ist eine Individualität ohne die Liebe? Ich würde sagen: eine Schein-Freiheit und Egoismus. Genau diesen feinen aber gravierenden Unterschied, der oft im Zusammenhang mit Persönlichkeitsentwicklung als Gefahr im Raum steht, müssen wir begrifflich fassen. Besonders an dieser Stelle brauchen wir die volle Aufmerksamkeit. Und wie bekommt man das hin? In Projekten, die über das ganze Land verstreut sind. In denen Kollegen arbeiten, die sich nur in großen Abständen sehen und die jeweils vor Ort sehr unterschiedliche Bedingungen vorfinden. Eine Form die erklärtermaßen von JobAct gewollt ist, da sie die Individualität der Teams und der Teilnehmenden ernst nimmt.

Was uns verbindet, ist ein gemeinsames Ziel, zu zeigen, dass die Kunst als Bildungsprinzip eine ganzheitliche Alternative ist. Eine Alternative, die den Menschen nicht auf Wissensvermittlung reduziert sondern ihn als ganzheitliches Wesen begreift. In diesem gemeinsamen Bestreben, der sich jeder Mitarbeiter durch seine Beteiligung an JobAct verpflichtet, stellen wir ein gemeinsames Bewusstsein her.

Unsere Lösung auf der konkreten Arbeitsebene ist das Impulsthema!

Seit 2009 erforschen wir nun die Arbeit damit. Zu beginn häufig kritisiert und abgelehnt, weil angeblich freiheitsraubend, erfahren wir von Jahr zu Jahr, wie substanziell diese Arbeit ist. Die Arbeit vor Ort erfährt eine Aufwertung, nicht nur die Qualität unserer Stücke wurde enorm gesteigert. Sie wuchsen aus der Selbstdarstellung der Teilnehmerproblematiken heraus.

Ich freue mich also sehr, dass wir euch mit dieser Einführung auch in diesem Jahr ein spannendes Impulsthema präsentieren können.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein spannendes und vor allem erkenntnisreiches Jahr, hoffe, dass wir den zu erwartenden Sturm sicher meistern und den Drang erfolgreich nutzen und freue mich sehr auf eine lebhafte Auseinandersetzung mit Euch!

Eure Sandra Schürmann